Es gibt Alternativen zu den Kombinationspillen. Eine davon ist als Minipille bekannt. Die Minipille ist eine reine Gestagen-Pille, die typischerweise innerhalb eines engen täglichen Zeitfensters eingenommen werden muss, um wirksam zu sein.
Die Minipille enthält kein Östrogen und wird meist stillenden Müttern verschrieben und Frauen, die keine östrogenhaltigen Medikamente einnehmen sollten. Zwischenblutungen (Schmierblutungen oder Blutungen zwischen den Perioden) sind eine verbreitete Nebenwirkung der Minipille und ein Grund, warum sich diese nur begrenzt durchgesetzt hat, obwohl sie schon lange auf dem Markt ist.
Frühe Kombinationspillen enthielten eine relativ hohe Hormondosis. Der Hormonanteil von Verhütungspillen wurde im Laufe der Zeit reduziert, und die meisten der heutigen Kombinationspillen sind niedrigdosierte Präparate, die zwischen 15 und 30 Mikrogramm des Östrogens Ethinylestradiol enthalten. Kombinationspillen auf Estradiol-Basis enthalten Estradiolvalerat oder Estradiol anstelle von Ethinylestradiol. Estradiolvalerat wird vollständig zu Estradiol umgewandelt, wobei 2 mg Estradiovalerat 1,5 mg Estradiol entsprechen. 2 mg Estradiolvalerat entsprechen in ihrer biologischen Wirkung durchschnittlich 20 µg oder weniger Ethinylestradiol.
Kombinationspillen unterscheiden sich auch bezüglich der Art und Weise, in der die in ihnen enthaltenen Hormone im Verlauf eines einzelnen Zyklus verabreicht werden. Hier gibt es zwei grundlegend verschiedene Typen: monophasische (oder Einphasen-) Pillen und multiphasische (Mehrphasen-) Pillen.
Monophasische Pillen sind der häufiger verschriebene Typ. Bei monophasischen Präparaten haben die im jeweiligen Zyklus eingenommenen aktiven Pillen denselben Östrogen- und Gestagen-Gehalt, so dass es keine Rolle spielt, in welcher Reihenfolge die aktiven Pillen eingenommen werden. Bei multiphasischen Pillen dagegen ändern sich die Östrogen- und Gestagendosen im Verlauf des Zyklus, so dass die Pillen unbedingt in der richtigen Reihenfolge eingenommen werden müssen. Aus diesem Grund haben die Tabletten bei Multiphasen-Pillen für jede Phase des Zyklus verschiedene Farben.
Kombinationspillen unterscheiden sich auch bezüglich des Zeitraumes, in dem sie eingenommen werden. Das am weitesten verbreitete Schema heißt 21+7. Dabei wird die Pille 21 Tage lang täglich eingenommen, anschließend wird die Einnahme 7 Tage lang ausgesetzt. Die Pause fällt meist mit der Zeit der Menstruationsblutung zusammen. Am 29. Tag nimmt die Frau die Pille erneut für 21 Tage, wiederum gefolgt von einer Pause.
Das 24+4-Schema funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Bei diesem System werden 24 Tage lang aktive (also hormonhaltige) und dann für 4 Tage inaktive (hormonfreie) Tabletten eingenommen, die sich durch ihre Farbe unterscheiden. Die Monatsblutung setzt meist in den 4 Tagen ein, in denen die inaktiven Pillen eingenommen werden.
Bei einer multiphasischen Pille, die nach einem 26+2-Schema einzunehmen ist, funktioniert das System ähnlich. Hier werden 26 Tage lang täglich Hormone in unterschiedlicher Dosierung eingenommen, während die letzten beiden Pillen inaktiv (hormonfrei) sind.
Die Pille ist das bekannteste hormonelle Verhütungsmittel. Es gibt jedoch andere hormonbasierte Methoden, die sich in Dosierung und Darreichungsform von der Pille unterscheiden. Diese Methoden können auch aus einer Kombination von Östrogen und Gestagen bestehen (Pflaster oder Vaginalring). Andere enthalten nur ein Gestagen (Injektionspräparate und Implantate sowie das Intrauterin-System). Wie die Pille sind diese hormonellen Kontrazeptiva nur auf Rezept erhältlich.